07. November 2007, 12:35 Uhr, EpiphaniusDu darfst, sei Zuversicht und FreudeC.G. Jung ist ein bedeutsamer Lehrer zu ihm
Gewichtige Stille nach dem Belesen seiner Worte Schrift
Starkes Vertrauen, von Ihm gespeist
Hand aus den wolkigen Himmeln
Mit Schriftwort die Symbole fließen
Er sagt: 'Du darfst, sei Zuversicht und Freude'
Stille, starke, große Leere
ist der Schatz
darin des Tages Perlen gleiten
auf die lange Schnur
Danke
Das Geheimnis um das Mensch-Ärger-Dich-Nicht Spiel
Beleben kindlichen Tuns, kindlicher Unschuld - Kinderschmerzen
Nächtliche Feuerdrachen brüllen in die Wolkenhimmel
Im Kellerraum unter der Küche des Nachtasyls
Ja, hier eine Stillethron mit Waschmaschine, Helmuts Stimme
Altmänner rollen Küstenstimme
Sturmwindpeitschen, Wasserwüten, Fensterkühl
Symbolwelt sagt: 'wie unsolide'
Zigaretten-geplagt
bewusstes Genießen
wie vergessen der Außenaktivität
Jonathan, Dein Sohn im Geiste, dem Geiste
2 Kommentare 
30. September 2007, 18:34 Uhr, EpiphaniusTröpfchen perlenZweite Pause während dreistündigem Gehen
Auf der Bank des Schutzhüttchens vor dem Schleusentor
Leichter Nieselregen hüpft in die Wasserfläche
der Himmelsspiegel grau-grün-silbern weint
Wässerchens Glöckchen jubilieren
Überfluß
Zigarette abatmen
Himmel reißt auf
wie sein Genius es arrangierte,
seinen Weg zu gehen
und zu finden
aktuell ein Liedchen-summender Alter
mit tiefem, lagem 'Moin-Moin'
kam auf dem alten Fahrrad vorüber
und auf dem Rückweg herzu:
'Wenn du bis zur Schleuse gehst, dann hast Du für heute genug.'
Unzählige Tröpfchen perlen emsig
am Gemüte
'Vishuddha' entspricht, als ein Chakra des tantrischen Systems, dem modernen Sprachbewußtsein und dem Kehlkopf
Am Europäischer Fernwanderweg 9, Atlantik, Nordsee, Ostsee
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22. September 2007, 20:53 Uhr, EpiphaniusKleiner brauner LaubfroschMit den Sonnenstrahlen anschwellendes Fliegling-Surren
Gesang wie Fahrradreifen auf Beton
Neuer Tag, nicht wissend was die Träume mit ihm taten,
wohin die Träume ihn verführten ward zensiert,
liegt auf dem Grund des Wassers, im Kanal,
des Lebensstromes Seele
geschlossenen Augen nachfühlend
bei Wolkenlicht das Flieglings-Summ-Geschwärm verklang
Rabentratsch das Baumgewolk durchhallte
ein Fischlein sprang
Gesicht, Kinn, Hals und - Herztauch - Glühen
den ganzen Tag am Computer spielend
ging es dem Psychosekranken besser
Moin - Moin - Moin - Dreiklang
Propellerflugzeug führt in die Ferne des linken, hinteren, oberen Kopfes
Eichel küßt die Wasserfläche
Sonnenfall erweckt die Flieglings-Sphäre
Schäuble der Herodes
Harz ist Folter, Sklaven-Folter
Herzblut auf der Zunge
Schreibmomente bei geschlossenen Augen
Geschockte Frau lief mit gebrochenen Oberschenkeln
Pip-Piep-Piep, Piep-Piep
Geschlossene-Augen-Ganzheit
das Leben in der Welt des Ohrs, im Himmel der Ohren
das Leben im Kosmos des Körpers
Gefühlsbad am Solar-Plexus
Spannung, entspannt bis Po und in die Zehen
der Schreibfüller, wie ein Phallus durch das Blatt auf dem Schoß
die Erhabenheit geschlossener Augen
läßt ihn den Kopf aufsetzten, brennenden Herzens
Befreiung, Gnade, Frieden, Glück
das Christkind mußte dem Herodes fliehen
Räublein - gefischt aus dem Nackenhaar
loslassen, den Kopf aufrichten, wider all die psychischen Tode
er hat einst ein Kind entnerft vom Schreien geschlagen
Fliege kreuzt im Hirnorbeit
Bewußtseinsstrecke Rauchen-und-Kaffee
ichlos libidinös
Anhauch von Kühle
Eichelsprung ins Flüssig
Quantensprung in Raumzeit
Schreibmelodie
Nahverkehr: Summen, Glucksen, Pfeifen, Sonstwas - Fremdverkehr
wer jenseits 50 nicht am Strome lauscht
den straft das Leben
laubstellare Wasserfläche - Wasserfirmament
Saurier-Brüllen Schwermotoren sich die Bahn
letzte Woche noch ganz voll gespaltener Zunge
Farn, Brombeer, Moos und Nessel - Möhrenartig Kraut
Fahrrad-Pflaster-Weg durch Laubwald-Kathedrale nebst Kanal
Geräusch-Topographien
Maiserntedrescher
Gnadenzeit gewährt
laubstellarer Fluß bewegt sich - Zeit!
'der sitzt da immernoch'
'er überlegt'
'er schreibt'
'er meditiert'
'was er schreiben soll'
'ausgeruht'
'Hallo', Hallo', 'Hallo'
Rauch mit Bewegungsstereotypen
gestern: ihm unangenehmes Wiedererzählen geschah wohl mit Übertragungsresten
- der unbewußten Übertragung
der Einspiegelung eines ihn befremdenden Ichs
'Hier kann man die Ruhe genießen'
verstrickt im Netz der Übertragung - Gegenübertragung
das Orkan der Erntemaschinen
Multiple Persönlichkeiten - die Aktionisten, die Beauftragten, die Rollenspieler - bringen die Psyche aus der Spur
der Aktionist negiert die Reise
sich nicht am Äußern, am Anblick, an der Welt aufbauen
Kollektives und individuelles Unbewußtes, ersteres gefährlich
Bewußtsein, Ich-Komplex, Libido, Selbst und Seele
Projektion der Archetypen, Anima und Animus, Mutter-Vater
der Mann und seine unbewußte Weiblichkeit
die Frau und ihre unbewußte Männlichkeit
das Wirken des Unbewußten als Kompensation zur Einseitigkeit der ausgerichteten, niederen Dimensionalität des Bewußtseins
Träume als Botschaften des Unbewußten, ein Zeugnis seines Wirkens
Einig Gott, Geist-Mutter-Vater, schickt Söhne in die Zwietracht,
daß Finsternis ward das Jungsche Unbewußte, das unbewußte Wüten,
der Abgötter, der Ismus-Mythen-Kämpfer
technoimperale Wachstums-Drachen-Ernte-Schlachten
Intelligentes Kapital?
den Menschen reifen lassen
wofür es allenfalls sich opfern kann
entzieht der Libido das Denken
kleiner brauner Laubfrosch
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16. September 2007, 18:32 Uhr, EpiphaniusWirbelschleppen am Herbst-SeinBlatt Papier auf Ringblock
Lichtwedel wie 'moin, moin'
wie Sonnenstrahlen mit wogendem Schattenspiel
Bewußtsein nun nur Schatten, Wind im Baumbraus
Fahrradräder knarzen
Blätter sprechen Rascheln
Eichel-Glucks-Serie im Wasser des Kanals
Fernverwebtes Moped-Brammeln
Fliege küßt flüsternd seine Stirn
Wärmepulse unterm Auge
herzerregt naturbeliebt
Seinsgymnastik hin und her zum Wort
Atemspannung zwischen Licht-Schatten und Herbstgräue
differenzierendes Eintauchen am September-Kühlen
Fahrrad-Gruppen-D-Zug-Wirbelschleppen streicheln die Gesichtshaut
Häufung der mobilen Inzidentien
Aufgespannt am Unbewußten in den Astro-Mythen
Banksitzer sieht und atmet, fühlt den Körper
aufmerksam unferne der Gedanken, innerlich
am Rande der Schreibaktion, live!
Anne-Marie kam wie herbeigewünscht
'Ich laß dich hier nicht meditieren!'
langes 'Hahahah'
Kleinjacht-Knattern, Sprachböen von dem jungen Herrn, da oben auf der Bank da
Er hebt den Arm und winkt im Blicken
es grüßen ernsten Herbstes Minen
auf die Beine, Stichweg
Baumgotik zu den Feldern
Enten schnattern 'Hallo du da'
Eichenbaumallee mit Räderspur im Wiesenweg
auf und ab im Gras
Wendepunkte, Hildegard von Bingen
Sitzbewußtsein
Herzklopfen nach passioniertem Gedanken
Feinkörper, Zentrierung Richtung langatmig
Augenaufschlag nach reduzierter Blickhöhe
über dem Brillenrand, Träumen am Dichterblick
sozial wie übersichtig
mit Augen-Zu bewegte Zeiten
das Zeitalter der zwei Fische, Jesus und nun Antichrist
Jung's synchronizitäres Wundern
das Selbst im Märchen-Kinder-Wald
ein Magier!
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01. September 2007, 19:54 Uhr, EpiphaniusPräzision der Richtung dieser TageEr hört keine Stimmen im Kopf und er hat auch keine visuellen Halluzinationen; den gedanklichen Bogen, so scheint ihm, kann er noch immer zu seinem avisierten Ende bringen; ja, mitunter projiziert er Ängste in Banalitäten; ansonsten fehlt ihm das Bewußtsein von Symptomen die dem psychiatrischen Denkschemata der Schizophrenie angehören. Jedoch, er fand sich immer mit einer besonderen Sensibilität dem Menschen gegenüber ausgestattet; einer Art von Sensibilität, die ihm nur zu oft ein grauenhaftes Leiden machte; die einstige Arbeitswelt, das Schwestern- und Pflegerzimmer der Krankenhausstation erscheint ihm diesbezüglich nun wie ein durchlebtes Dauertrauma. Wie immer schon, fand er, daß Menschen, denen das Etikett Psychose, das Etikett Schizophrenie anhaftete, einen besonderen Draht zu ihm hatten, er zog sie an wie ein Magnet - und er fand sie, wie ob einer gleichgearteten Sensibilität, die besten Freunde. Im Tagesaufenthalt für Wohnungslose fühlt er nun Konstanz und Raum zu atmen; im Tagestreff für psychisch Kranke findet er sich unter spirituellen Freunden und als eines unter Seinen vielen Kindern.
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25. August 2007, 20:33 Uhr, EpiphaniusSich Zeit nehmen ...Sich Zeit nehmen für das Nicht-Machbare,
Sich Zeit nehmen für das Unsagbare,
Sich Zeit nehmen für das Undenkbare,
Sich Zeit nehmen für das Unvorstellbare,
Sich Zeit nehmen für das ...
Sich Zeit nehmen für das unendliche Licht ... in dir, in ihm, in mir.
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16. August 2007, 12:43 Uhr, EpiphaniusAngst, Freiheit und NotwendigkeitKierkegaard charakterisiert zwei Formen der aus der existenziellen Angst geborenen Verzweiflung. Er sieht den Menschen in dem Spannungsfeld zwischen Unendlichkeit und Endlichkeit, zwischen Freiheit und Notwendigkeit. Verzweiflung tritt ein, wenn der Mensch sich dieses Spannungsfeld auf nur je einen der Pole verkürzt. Die Endlichkeit und die Notwendigkeit bilden die Pole der einen Form der Verzweiflung; die Unendlichkeit und die Freiheit, die Pole der anderen Form. Psychoanalytisch lassen sich diese Verkürzungen der menschlichen Existenz gut mit der Hysterie und der Zwangsneurose charakterisieren; die Zwangsneurose ist die Verzweiflung an der Notwendigkeit, die Hysterie entspricht der Verzweiflung an der Möglichkeit. Die existenzielle Angst läßt sich nach Kierkegaard nur im Glauben neutralisieren, in einem Leben im Vertrauen auf Gott. Die Verkürzung dieses Kierkegaardsche Spannungsfeldes und damit korrelierend, die Manifestation der psychoanalytischen Neurosen und Perversionen sind das ubiquitär charakteristische Bild der menschlichen Existenz im Abfall von Gott. So wie der Psychoanalytiker die Menschen der Gegenwart alle als mehr oder weniger neurotisch diagnostiziert, so zeigt sich der Alltag des Menschen als allgegenwärtige und wie als normal begriffenen Situiertheit der offenen oder verdeckten, der bewußten oder unbewußten Verzweiflung. Verzweifelt sein heißt also nach Kierkegaard auch schuldig sein; schuldig der Ursünde des Abfalls von Gott. Mit Gott findet der Mensch zu seinem Selbst, ohne Gott ist er Verzweiflung, so einfach und doch so bedeutungsvoll ist diese Gleichung; die gleichwohl nur dem Gläubigen, dem Menschen in der Gnade Gottes zur Gewissheit wird. - So eine Rekapitulation zu E. Drewermanns 'Strukturen des Bösen', Band III.
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