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01. Februar 2009, 17:43 Uhr, Epiphanius

Nerven, Nerd und Multiversen

Samstag Nacht, die Fesselung der Libido an selbst bestimmter Arbeit geht ihm nun ohne das Bildschirmruckeln durch Auslagerung der Daten vonstatten. Er hat den 1GByte-Riegel gegen ein 2GByte Modul ausgetauscht. Im Netz fand er die Anleitung dazu. Kosten: 22 Euro, eine halbe Stunde Bastelei und - ihm kalkuliert verschmerzbar - der Verlust der Garantie.

Task Coach, lexiCan, Firefox, Thunderbird, Xmind und OpenOffice stören sich nun nicht mehr aneinander. Nach 2 ½ Monaten hat ihm das System endlich die gewisse Reife.

Natürlich bedurfte es dem Netbook des externe DVD-Laufwerks und einer zweiten HDD, des Virtual Drive Manager; der Programm-CD´s als Images auf der Platte, des ActionCreators zum speichern von Webseiten im PDF-Format, der duzenden kleiner Helferlein als Portable Apps nicht zu vergessen.

Ja, in den letzten 20 Jahren hat sich ihm nicht nur die Alltagstauglichkeit der PC-Hard- und Software enorm verbessert, er resümiert auch seinen Umgang damit als einer Evolution vergleichbar.

Vorbei sind die Zeiten, dass er dem Charme der Funktionalitäten hinterher lief. Für die Website-Gestaltung hatte er sich als untauglich entlarvt. Das Programmieren war ihm wohl sehr reizvoll aber alle Zeit der Welt auffressend. Die Datensammelwut wird nun als archaisches Relikt belächelt … Emails dürfen ein paar Tage im Posteingang ruhen, somit des Partners Wort nicht gleich die Antwort einpeitscht.

Im Sage Reader hat er ein gutes Duzend RSS´s abonniert, darin findet er ganz zügig, was ihn heute interessiert. Wikipedia ist sein Entdecken und Verifizieren immer wieder. Seit neuestem hilft ihm auch Yahoo beim ersten Suchen schon wunderbar. Der Online-Katalog der beiden hiesigen öffentlichen Bibliotheken ist ihm die kleine Killerapplikation obendrauf.

Aber es ist schon auch so: Duzende von Programmen, die ihm wichtige Dienste Leisten, repräsentieren die Arbeit von zig tausend Entwicklerstunden … und er hat im Vergleich dazu nur kläglichste Marginalien entboten.

Sollten wir nicht vielleicht doch einen zentralen Sammeltopf für Programmierer schaffen? In den, fest verknüpft, eine Abgabe entrichtet, wer Hardware kauft und Netzflatratet?

Ja, nun hört noch dies: Der ihm von Organhändlern seit Jahren zerpflückt geglaubte Andreas hat ihn doch tatsächlich vor drei Tagen per Messenger gefunden und sich auf Kreta weilend durch biographische Details bewiesen.

Und jenes: Der chronische Apfelsaft-Abusus hat sich nun als sein Nervenrettungsring erwiesen und mit den Multiversen liegt er auch ganz hart am neuesten Trend.

Ach ja! Eine Anfrage bei der OnlineWache ob des Organvergrößerungs-Spam unter seiner gefälschten Emailadresse war wie Voodoo, seither ist ihm Spam ganz ausgestorben. Ein 'Dankeschön' dem sozusagen virtuellen Kampfmittelbeseitigungsdienst.

Als Wort zum Sonntag sei noch ein wenig C.G. Jung zitiert: „Die durch die Psychoanalyse herausgebrachte scheinbar äthilogische Geschichte der Neurose ist in vielen Fällen in Wirklichkeit wohl nur ein Verzeichnis passend ausgewählter und gerichteter Fantasien, Reminiszenzen usw., welche sich der Patient aus jener Libido erzeugte, die er für die biologische Anpassung jeweils nicht verwendete.“


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